Vorteile einer hinterlüfteten Fassade gegenüber einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Autor: Dominic Rieder
von Dominic Rieder
Hinterlüftete Fassade 2025
Bei der energetischen Sanierung und Fassadengestaltung von Gebäuden in der Schweiz stehen Bauherren und Planer häufig vor der Wahl zwischen einer hinterlüfteten Fassade und einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Beide Systeme haben ihre Vorteile und erfüllen wichtige Funktionen im Wärmeschutz. In der Praxis zeigt sich jedoch: die hinterlüftete Konstruktion bietet zahlreiche Vorteile in Bezug auf Langlebigkeit, Bauphysik und gestalterischer Flexibilität.

Was ist ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS)?

Das Wärmedämmverbundsystem besteht aus Dämmplatten, die direkt auf die Aussenwand geklebt oder gedübelt werden. Darüber folgt die Armierung und eine abschliessende Putzschicht. Dieses System ist vergleichsweise kompakt und effizient in der Verarbeitung.

Doch es gibt auch Herausforderungen: insbesondere bei Rissen in der Putzschicht ist das WDVS anfälliger für Feuchteschäden.

Was ist eine hinterlüftete Fassade?

Die hinterlüftete Fassade integriert zwischen der Dämmebene und der äusseren Fassadenverkleidung eine Hinterlüftungsebene. Diese trennt die Bekleidung von der Dämmebene, sorgt für einen permanenten Luftaustausch und wirkt feuchtigkeitsregulierend.

In der Kombination mit einer hochwertigen Fassadenbahn wird das dahinterliegende Wärmedämmmaterial wirkungsvoll vor Witterungseinflüssen geschützt.

Mehr zur Planung und Ausführung von vorgehängten hinterlüfteten Fassaden finden Sie auch bei der Schweizer Fachvereinigung hinterlüftete Fassaden (SFHF).

Bauphysikalische Vorteile der hinterlüfteten Fassade

Der grösste Vorteil der Hinterlüftungsebene: Durch den Luftaustausch wird Feuchtigkeit zuverlässig aus der Konstruktion abgeführt. Dies ist insbesondere in feuchtbelasteten Regionen oder bei Bestandsbauten mit unklarem Feuchtverhalten entscheidend ist. Mit der hinterlüfteten Fassade bleiben sowohl die Dämmstoffe als auch die tragenden Bauteile trocken und funktionsfähig. Das verlängert die Lebensdauer der gesamten Fassade erheblich.

Gestalterische Vielfalt und Flexibilität

Die hinterlüftete Fassade eröffnet im Gegensatz zur WDVS deutlich grössere gestalterische Spielräume. Ob Holzschalung, Faserzementplatten, Metallfassaden oder eine Kombination verschiedener Materialien – fast jede architektonische Idee lässt sich realisieren.

Fazit

Während ein Wärmedämmverbundsystem für viele Anwendungen eine wirtschaftlich interessante Lösung darstellt, punktet die hinterlüftete Fassade vor allem durch ihre bauphysikalischen Vorteile, langfristige Sicherheit und gestalterische Vielfalt. Dies ist ein entscheidender Aspekt, besonders bei repräsentativen Bauprojekten in der Schweiz.

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